Ausstellung: Kunst verbindet – wenn aus Bildern Begegnungen werden
Am 27. September 2026 fand im historischen Grafenhaus Herrnhaag bei Büdingen unser Ausstellungsprojekt „Kunst verbindet“ statt. Die Ausstellung war Teil der Landerlebniswochen Wetterau und wurde im Rahmen des Förderprogramms „Aller.Land – zusammen gestalten. Strukturen stärken.“ gefördert.
Manche Ausstellungstage klingen noch lange nach. Dieser gehört für mich ganz sicher dazu.
Gemeinsam mit meinem Mann Arne habe ich viele Wochen auf diesen Tag hingearbeitet. Wir wollten eine Ausstellung schaffen, in der Kunst nicht nur betrachtet wird, sondern zum Ausgangspunkt für Begegnungen wird. Einen Ort, an dem Menschen miteinander ins Gespräch kommen, sich austauschen, zuhören und vielleicht auch selbst etwas beitragen.
Und genau das ist passiert.
Wir hatten eine wunderschöne Vernissage mit vielen Besucherinnen und Besuchern und einer Atmosphäre, die uns durch den ganzen Tag getragen hat. Zwischen meinen Gemälden, Arnes Arbeiten und weiteren Werken, die im Umfeld unserer Projekte und Workshops entstanden waren, entwickelten sich intensive Gespräche.
Menschen blieben vor Bildern stehen und erzählten, was sie darin sehen. Welche Erinnerung ein Werk in ihnen auslöst. Welche Landschaft sie darin entdecken. Oder welches Gefühl plötzlich da ist.
Genau diese Momente interessieren mich an Ausstellungen besonders.
Ein Bild entsteht zunächst ganz still im Atelier. Aus einer Beobachtung, einem Naturerlebnis, einer Stimmung oder einem Gedanken. Während des Malens bin ich allein mit dem Werk und weiß noch nicht, wem es später einmal begegnen wird.
Dann verlässt es das Atelier.
Und etwas Neues beginnt.
Plötzlich schaut ein anderer Mensch auf dieses Bild und bringt seine eigene Geschichte mit. Es entstehen Verbindungen, die ich beim Malen noch gar nicht kennen konnte.
Ein langer Tisch voller Gespräche
Ein besonders schöner Moment an diesem Tag war unser Kunstcafé. Mitten im Grafenhaus stand eine lange Tafel, an der bei Kaffee und Kuchen immer wieder neue Menschen Platz nahmen.
Es wurde geredet, gelacht, über Kunst gesprochen und über vieles, was darüber hinausgeht. Diese lange Tafel ist für mich fast zu einem Bild für den ganzen Tag geworden: Menschen kommen zusammen, bleiben ein bisschen und gehen miteinander ins Gespräch.
Musikalisch wurden wir den ganzen Tag von Harfenklängen begleitet. Es gab eine Lesung, eine Videopräsentation und ein großes Gemeinschaftswerk, an dem die Besucherinnen und Besucher selbst mitarbeiten konnten.
So wurde aus einer Ausstellung nach und nach ein gemeinsames Erlebnis.
Auch über die schöne Resonanz im Anschluss und einen ausführlichen Presseartikel haben wir uns sehr gefreut. Vor allem aber bleiben die vielen persönlichen Gespräche und Begegnungen.
Was Kunst auslösen kann
Der Titel „Kunst verbindet“ war zunächst der Name unseres Projekts. Nach diesem Tag fühlt er sich für mich noch einmal anders an.
Denn genau diese Verbindung habe ich erlebt.
Zwischen einem Bild und einem Menschen. Zwischen Menschen, die sich vorher nicht kannten. Zwischen ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen.
Und ich habe wieder einmal gemerkt, wie sehr mich genau das auch in meiner eigenen künstlerischen Arbeit beschäftigt:
Nicht nur die Landschaft selbst, sondern das, was sie in uns auslöst.
Natur kann uns erinnern, beruhigen, aufrütteln oder uns wieder mit etwas verbinden, das im Alltag manchmal leise geworden ist. Meine Bilder entstehen aus dieser Erfahrung.
Wenn daraus später ein Gespräch entsteht oder ein Mensch vor einem meiner Werke innehält und darin etwas Eigenes entdeckt, beginnt für mich ein weiterer Teil des Bildes.
Ich blicke deshalb sehr glücklich und dankbar auf „Kunst verbindet“ zurück.
Und ich nehme viele dieser Begegnungen wieder mit zurück ins Atelier.
Wer weiß – vielleicht taucht die eine oder andere irgendwann in einem neuen Bild wieder auf.